SPD und Grüne: KEINE AUTOS in der Fußgängerzone

Die Neugestaltung dieses relativ kurzen Strassenabschnittes (ca. 283m) wurde im April 2018 abgeschlossen.
Gesamtkosten: 760000 Euro. ZUSCHUSS aus Fördermitteln: 60%.
 
Nach nur mehr als einem Jahr nach der feierlichen Eröffnung stellt die
CDU nun fest, dass der fehlende Autoverkehr für die Verödung der Innenstadt
Brakel ursächlich und eine Belebung nur dadurch zu erreichen sei, indem man den Autoverkehr wieder zulässt.
Sie stellen den Antrag, den Verkehr wieder freizugeben, um den Kunden ein bequemes Erreichen der Geschäfte zu ermöglichen. Die Straße soll zu einem verkehrsberuhigten Bereich umgewidmet werden.
Durch eine Einbahnstrassenregelung soll der Verkehr jeweils nur in eine Richtung laufen (aus Ri. Bahnhofstr. in Ri. Rosenstr. und aus Ri. Ostheimer Str. in Ri. Rosenstr.).
 
Verkehrsberuhigter Bereich:
 
In der Theorie bedeutet das u.a., dass jedes Fahrzeug nur mit Schrittgeschwindigkeit, d.h. mit  a. 4-7km/h unterwegs sein darf. Fußgänger dürfen nicht behindert werden. Fahrzeuge müssen notfalls warten.
Fußgänger dürfen die Fahrzeuge nicht unnötig behindern, sie dürfen die Straße in ihrer ganzen Breite nutzen. Kinder dürfen überall spielen.
 
Parken ist nur auf gekennzeichneten Flächen erlaubt. 
In dem Zusammenhang sei darauf hingewiesen, dass noch neue Spielgeräte aufgestellt werden sollen.
Wie sieht es aber praktisch in einem verkehrsberuhigten Bereich aus?
Die schwächeren Verkehrsteilnehmer können ihre Rechte in keiner Weise wahrnehmen. 
Sie werden nach rechts bzw. links abgedrängt.
Schrittgeschwindigkeit ist für die meisten Fahrzeugfüher ein Fremdwort. Die Geschwindigkeiten betragen in der Regel  zwischen 20 und 30 km/h. Für die Fußgänger bedeuten nicht nur der fließende sondern auch der ruhende Verkehr eine erhebliche Beeinträchtigung  ihrer Bewegungsfreiheit und Sicherheit in diesem Bereich. Kinder und Ältere können die Straße zwischen den parkenden Autos nicht mehr gefahrlos überqueren. Weiterhin wird durch das Installieren neuer Spielgeräte (durch Beschluss entschieden) weiteres Gefahrenpotential geschaffen!
 
Die Geschäfte können im Aussenbereich ihre Ware nicht mehr ausstellen.
 
Von einem entspannten "Flanieren" und Shoppen, wie Herr Temme bei der feierlichen Eröffnung im April 2018 so schön formulierte, kann bei einer Öffnung der Straße für den Fahrzeugverkehr keine Rede mehr sein.
 
Was die Öffnung für die schöne Pflasterung bedeutet, wird man sehen. Es ist zu erwarten, dass das Aussehen erheblich "leidet", wenn Tag und Nacht unterschiedlich schwere Fahrzeuge diesen Bereich befahren. Vom hellen Cheopspflaster wird bald sicher nichts mehr zu sehen sein.
Der Verkehr wird aber sicher nicht die von den Antragstellern gewünschte Wirkung erzielen. Er wird weder der Verödung  entgegenwirken, noch wird er zu einer positiven Belebung der Innenstadt führen.
Diejenigen, die in die Innenstadt kommen, wollen in entspannter Atmosphäre ihre Einkäufe tätigen oder auch in einem der Cafes ein Getränk o.ä. geniessen und das ganz ohne Belästigung durch Straßenlärm und ohne schädliche Abgase einatmen zu müssen.
Dafür sind die Kunden sicher bereit, die in der nahen Umgebung befindlichen Parkplätze (etwa 200 !) in Anspruch zu nehmen.
In dieser Zeit,  in der auch Entscheidungen auf ihre Umwelt-und Klimafreundlichkeit überprüft werden, ist es sicher keine gute Idee, in der  Fußgängerzone wieder Kraftfahrzeuge zuzulassen.
Bei vielen Bürgern stieß dieses Vorhaben bereits auf Unverständnis, was u.a. eine Umfrage einer Tageszeitung zeigte.
 
Fraktion der SPD/ Fraktion Bündnis 90 - Die Grünen
im Rat der Stadt Brakel

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